Modlivý důl (Betgraben)

Ist ein etwa 1 km langes romatisches Felsental, das tief in den Sandsteinsockel des Slavíček (Slabitschken) und Tisový vrch (Eibenberg) am nordöstlichen Rande von Svojkov (Schwoika) eingeschnitten ist.

Dieses Felsental hiess ursprünglich Smolný důl (Pechgraben), da die hiesigen Köhler auch Pechöfen unterhielten, in denen sie Wagenschmiere herstellten. Erst später entstand hier ein Wallfahrtsort, über dessen Ursprung man verschiedenen Sagen erzählt. Nach einer von ihnen starben hier freiwillig der junge Ritter Jaroslav von Svojkov mit der geliebten Tochter des Braumeisters aus Velenice (Wellnitz), weil die Eltern des Ritters ihrer Liebe nicht gewogen waren. Eine andere Sage erzählt, dass hier ein Jüngling seinen Nebenbuhler getötet hat.

Mit der Zeit verbreiteten sich Nachrichten über wunderbar erhörte Gebete. Die Zahl der Besucher stieg aber weiter und es kamen ganze Prozessionen aus der Umgebung zur Kapelle. Am Ende des 18. Jahrhunderts wurde deshalb der hölzerne Bau abgerissen und die Gräfin Elisabeth Kinsky liess eine neue Kapelle in den Felsen hauen. Diese Arbeit machte der Maurermeister Josef Sacher aus Svojkov.

Der Pfarrer und die Herrschaft in Sloup aber sahen diese Prozessionen nicht gern und bezeichneten sie als eine Art Götzendienst. Der Pfarrer liess deswegen die Heiligenbilder und die Danksagungen für erhörte Wünsche entfernen. Zu einer Erneuerung der Prozessionen kam es erst zur Zeit der grossen Choleraepidemien in den Jahren 1832 und 1850, als Prozessionen auch aus Česká Lípa (Böhmisch-Leipa) in den Betgraben wallfahrteten.

Der religiöse Kult durchdrang sich hier stark mit der wilden Schönheit des romantischen Felsentales. Die Einstellung der hiesigen Geistlichkeit zu den hiesigen Wällfahrten änderte sich erst zum Ende des 19. Jahrhunderts, als man die Kapelle der Jungfrau Maria von Lourdes weihte und das Innere der Kapelle zu einer Lourdes-Grotte umgestaltet wurde. Auch später zogen noch Prozessionen aus der weiten Umgebung hierher und sogar der ehemalige Kaiser Ferdinand V. kam auf seinen Ausfahrten aus dem unweit liegenden Zákupy (Reichstadt) zum Gebete zur Kapelle.

Am Wege von Svojkov zur Kapelle richtete man einen Kreuzweg ein und weiter nach Osten führte eine lange Treppe zu einem "Orarorium" im Talabschluss. Es war dies eine küntlich in den Felsen gehauene Nische mit einer Sandsteinbildwerk der Kreuzigung vom Bildhauer Josef Max dem Älteren aus Sloup.

Nach dem Zweiten Weltrkieg wurde diese Andachtstelle zum grössten Teile vernichtet, bis auf den heutigen Tag hat sich nur die Felsenkapelle und die leere Nische des Oratoriums erhalten.

Quelle: www.luzicke-hory.cz